
Einen Tachymeter braucht man beispielsweise für die präzise Bauvermessung. GB-Foto: Baum
In der Aktionswoche Geodäsie zeigen Experten Jugendlichen die Welt der Vermessung. Auch in Böblingen fand ein Aktionstag Geodäsie statt - hieran nahmen auch die fünf 7. Klassen der Jerg-Ratgeb-Realschule teil. Organisiert wurde der Aktionstag, der den jungen Leuten die Hintergründe der Vermessungstechnik nahebrachte, vom Landratsamt Böblingen und von Intermetric. Einmal selbst ein Tachymeter halten und bedienen konnten die Jungs und Mädels - und sie konnten sich über all die Ausbildungsberufe im Bereich Vermessungstechnik und Geodäsie informieren. Und: Was hat ein modernes Navigationssystem mit dem Bau einer Straße, der Vermessung eines Grundstücks oder dem Hochwasserschutz gemeinsam? Hinter all diesen Themen steckt die Geodäsie - eine Disziplin, die im Alltag oft kaum wahrgenommen wird, aber nahezu überall eine entscheidende Rolle spielt. Genau darauf macht derzeit die Aktionswoche Geodäsie aufmerksam. Ulrich Völter, Geschäftsführer von Intermetric, erklärt den Jugendlichen, wie so ein Tachymeter funktioniert - und dass es auf 100 Meter millimetergenau misst. „So einen Tachymeter braucht man für jede präzise Bauvermessung - sei es beim Eisenbahnbau oder bei anderen Bauprojekten", sagt er. Überall dort benötigt man präzise geometrische Grundlagen höchstpräzise und „nicht aus Google Maps". Vor einer Bauplanung wird eine Entwurfsvermessung gemacht - und zwar zentimeter- oder millimetergenau. Ulrich Völter bedauert, dass es zu wenige Vermessungstechniker in Deutschland gibt - genau hier will die Aktionswoche Geodäsie ansetzen. Oft hängen die Auszubildenden nach ihrer Ausbildung zum Vermessungstechniker ein Studium zum Vermessungsingenieur an.
Dies weiß auch Lucas Mayer zu berichten, er ist Ausbildungsbeauftragter beim Landkreis Böblingen. Super findet er, dass die Herrenberger Jerg-Ratgeb-Realschule mit all ihren 7. Klassen zum Geodäsie-Aktionstag aufs Böblinger Flugfeld gekommen ist. Denn: Das Landratsamt hat neun verschiedene Stationen zum Bereich Geodäsie ausgeklügelt, und die Jugendlichen werden über alle neun Stationen gelotst. Da galt es etwa, Streckenmessungen zu machen oder ein Puzzle zusammenzusetzen. Zudem sollten Höhenmessungen gemacht werden, und es gab ein Ouiz. Man konnte GPS-Messungen machen oder sich genauestens über die Ausbildungsberufe im Bereich Vermessungstechnik informieren. „Wir wollen einfach die Vielfalt dessen zeigen, was wir so machen", erläuterte Lucas Mayer - und nicht zuletzt das Interesse der Jugendlichen am Bereich Geodäsie vermitteln. 13 Mitarbeiter der Stadt Sindelfingen, des Landkreises und von Intermetric schulten die Schülerinnen und Schüler - und zeigten auch auf, wo das Fach studiert werden kann. Seit dem Jahr 2018 findet jährlich der Aktionstag Geodäsie statt, der sehr gut angekommen ist, wie die Begeisterung der jungen Leute zeigte.
(Artikel erschienen am 25.07.2026 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).