2015-09 Schulradler

Die Schulradler haben sich auf den Weg gemacht
 
Herrenberg: Neues Projekt am Markweg-Bildungszentrum für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 23.09.2015
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Seit zehn Jahren gibt es sie, die Schulbusbegleiter des Schulzentrums Markweg in Herrenberg. Geschult in Theorie und Praxis sorgen sie dafür, dass es in den Bussen, die die Grundschüler, Realschüler und Gymnasiasten befördern, gesittet zugeht. Neu sind nun die Schulradler: Begleiter auf einem anderen Schulweg.

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 Neue Begleiter auf dem Weg zur Schule: Die Schulradler starten im Markweg       GB-Foto: Holom

„Die Schulradler - Gemeinsam auf zwei Rädern" ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden Württemberg, eines Vereins, der vor fünf Jahren mit Unterstützung der Landesregierung gegründet wurde. Das Ziel ist klar: Viele Kinder und Jugendliche kommen, wenn nicht mit dem Bus, dann mit dem Auto zur Schule, werden gefahren - mit dem Elterntaxi. Das Projekt will das verringern, die Luft sauber halten, den Straßenverkehr stressfrei, die Schüler fit, der frischen Luft nicht abgeneigt erziehen. Und es will Unfällen vorbeugen, die Verkehrserziehung intensivieren.

Hilfe zur Selbsthilfe

Im Schulzentrum Markweg wird Verkehrserziehung seit jeher großgeschrieben - also klinkte es sich nun auch erstmals in dieses Projekt ein, vorerst nur für zwei Wochen nach Ferienende: Die kältere Jahreszeit steht vor der Tür, die Zahl jener, die gerne in die Pedale treten, geht zurück. Aber im nächsten Jahr sollen die Schulradler wiederkommen, nach den Sommerferien sicher, sehr wahrscheinlich auch schon im Frühjahr. Das Projekt will Hilfe zur Selbsthilfe leisten: Schüler der Klassenstufe fünf sollen betreut ihren Schulweg mit dem Fahrrad kennenlernen, jede gefährliche Kurve, jede Steigung, Ampel, Senke, so dass sie bald schon alleine aber sicher zur Schule radeln können. Gruppen radelnder Schüler sollen entstehen, am besten weiter bestehen. Angeleitet, geführt und begleitet werden sie nun noch für eine Woche von älteren Schülern oder Erwachsenen: In kleinen Konvois ziehen sie zur Schule hin. Sechs solcher Gruppen gibt es bislang, elf Begleiter - drei von ihnen sind Eltern, neun ältere Schüler.

Die Schulradler treffen sich an festen Plätzen in Gültstein, Haslach, Deckenpfronn, Kuppingen, Affstätt und Nufringen, vereinbaren untereinander, enstprechend ihrem Stundenplan, die Rückfahrt aufs Dorf. Die größte Gruppe, jene, die aus Kuppingen kommt, zählt 13 Schüler. In den kleinsten Gruppen radelt manchmal nur ein Schüler oder eine Schülerin: Auch wer aus Gültstein oder Deckenpfronn kommt, erhält Begleitung auf dem Schulweg. „In der Regel", so die Haslacherin Nicola Reitzenstein, Elternbeiratsvorsitzende des AGH, „wissen die Kinder nicht, wie man außerhalb des Ortes sicher als Gruppe fährt." Sie lernen es, sie üben noch - einen kleinen Unfall gab es in der ersten Schulradlerwoche, ein Kind stieß sich am Fahrrad eines anderen: Auch in Gruppen fahren will gelernt sein.

Die Schulbusbegleiter dagegen gibt es im Markweg lange schon, sie sind das Erfolgsmodell in Sachen Verkehrsprävention am Schulzentrum. Das zehnte Bus-Projekt, wie die Radgruppen gemeinsam von Andreae-Gymnasium, Jerg-Ratgeb-Realschule und Vogt-Heß-Schule realisiert, hat begonnen, in dieser Woche erhalten fünfte Klassen aus allen Schulen die Schulung, die sie zu Busbegleitern macht. Auch in den Bussen gibt es Gedrängel und Geschubse. Die Schulbusbegleiter, längst schon etabliert im Schulwegalltag, halten dagegen - und schützen die Fahrzeuge damit auch vor Vandalismus. Erfahrene Busfahrer erklären ihnen, wie. Die letzte Schulung dieses Jahres findet heute statt, an allen drei Schulen.

(Artikel erschienen am 23.09.2015 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

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