Verkehrssicherheitstag 2010

Langsam fahren ist schwierig
 
 
Viele Themen bei Verkehrssicherheitstag im Markweg-Zentrum
 
von Esther Elbers, Gäubote Herrenberg, 17.06.2010
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Im Straßenverkehr müssen Radfahrer ihr Vehikel auch in schwerigen Situationen beherrschen. So ist es beispielsweise ganz schön schwierig, das Fahrrad ganz langsam geradeaus zu bewegen, ohne zur Seite zu kippen. Das stellten die Achtklässler gestern beim Verkehrssicherheitstag im Herrenberger Markweg-Schulzentrum fest. Dabei war der Fahrad-Parcours nur eine von zahlreichen Stationen.

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GB-Foto: Holom
Verkehrssicherheitstag auf dem neuen Fahrrad-Parcours

"Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist", sagte der 14-jährige Micha­el Stöffler, der die Jerg-Ratgeb-Realschule besucht. Einmal hat er es bereits geschafft, mit seinem Fahrrad im Schneckentempo die zehn Meter lange Strecke zu bewälti­gen. Eine kippelige Angelegenheit, die mo­torisches Geschick erfordert. Doch solche Fähigkeiten sind im Straßenverkehr wich­tig. Die Übung beim Fahrradparcours im Markweg ist neu. Ebenso wie das gezielte Auf- und Absteigen oder eine Slalomfahrt mit besonders schwierigen Elementen. Be­aufsichtigt werden die Achtklässler der Ratgeb-Realschule, des Andreae-Gymnasi­ums und der Vogt-Heß-Grund- und Hauptschule beim Parcours von den Schü­lerverkehrsmentoren Christoph Aichler und Gerrit Koch. „Die Rekordzeit liegt bislang bei einer Minute und zwölf Sekun­den. Das ist nicht schlecht", verdeutlichte Christoph Aichler, Neuntklässler der Rat­geb-Realschule.

Der schulübergreifende Verkehrssicher­heitstag im Markweg fand gestern zum sechsten Mal statt. Allerdings unter er­schwerten Bedingungen, wie Lutz Rasemann, Verkehrsbeauftragter am Andreae‑Gymnasium, aufzeigte. Denn wegen der Bauarbeiten für die neue Sporthalle und der Neugestaltung des Schulgeländes mussten die Verkehrsbeauftragten der drei Schulen vom bisherigen Konzept abwei­chen. Ein Teil der Kalkofenstraße wurde abgesperrt, damit die Polizeidirektion Böblingen und die Kreisverkehrswacht ausreichend Platz für ihren Themenbe­reich hatten: Dort gab es Vergleichstests und Informationen über die Anhaltewege mit dem Auto, dem Fahrrad, Inlinern, Skateboard und dem Motorrad. Und auch die Reaktionsfähigkeit von Fußgängern wurde beleuchtet.

Einige Meter weiter veranschaulichten die Busunternehmen Däuble und Rüben­acker sowie der Verband baden-württem­bergischer Omnibusunternehmer, wie sich die Mädchen und Jungen am und im Bus verhalten sollten. Verlegt wurden wegen der Baustelle auch die Demonstrationen der Herrenber­ger Fahrschule „Halanke und Frank": Sie widmete sich hinter dem Bahndamm in der Fröbelstraße unter anderem dem The­ma „toter Winkel". Darüber hinaus erlebten die Achtkläss­ler mit Hilfe der Rauschbrille der Landes­verkehrswacht, wie sich die Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss verzerrt. Wissens­wertes zum Verkehrs- und Jugendstraf­recht vermittelte Werner Kömpf, Straf-und Jugendrichter am Böblinger Amtsge­richt. Zudem konnten die Schüler ihre Fahrräder vom Nufringer „Radhof Schill" und von Eltern checken lassen.

Wie leistet man bei einem Unfall Erste Hilfe? Antworten auf diese Frage gaben die Andreae-Schüler Sebastian Sautter und Florian Funer. Sie zeigten, welche So­fortmaßnahmen im Notfall zu ergreifen sind. Dazu gehören die stabile Seitenlage, die Schocklage und das Anlegen eines Druckverbands. Beide Schüler haben Ers­te-Hilfe-Kurse absolviert und beteiligen sich seit Jahren am Verkehrssicherheitstag. „Das Interesse der Achtklässler ist groß und sie machen gut mit", erklärte der Abi­turient Sebastian Sautter. Angela Schulz, Leiterin des Andreae-Gymnasiums, be­scheinigte dem Markweg in puncto Ver­kehrsprävention eine „vorbildliche Ar­beit". Die Schüler sollen lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen."

(Artikel erschienen am 17.06.2010 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

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