Schulbusbegleiter 2008

 

Schulbusbegleiter im Markweg: Ausbildung beendet

 

Lizenz zum Schlichten
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 13.11.2008
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Nun also haben sie ihren Ausweis, die Schulbusbegleiter am Schulzentrum Markweg: Am Mitt­woch fand ihre Ausbildung ihren Abschluss, ganz offiziell, im Feuerwehr­haus. Damit wurde nun die zweite Staffel an Begleitern ins Amt gesetzt, die in Bussen Frieden und Sicherheit sorgen sollen.
 

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GB-Foto: Bäuerle
Detlef Langer überreicht Leonie Schühle die Urkunde als Schulbusbegleiterin

Das zahlt sich aus, da ist sich Detlef Langer, Präventionsbeamter der Polizei, sicher: Konkrete Zahlen, die sich auf die Situation in Herrenberg beziehen, gibt es noch nicht, aber aus dem Nachbarkreis Calw, von dem sich die Herrenberger Schulen die Anregung holten: Dort melde­te ein Busunternehmen jährlich Sachschaden in der Höhe von bis zu 180.000 Euro, verursacht durch Vandalismus. Das Auf­schlitzen eines Schulbussitzes zum Bei­spiel schlägt mit 2.000 Euro zu Buche. Die müssen nun die Eltern ertappter Übeltäter bezahlen: keine Freude. Die Aufgabe der Schulbusbegleiter besteht aber auch darin, den Schülern klar zu machen, dass diese Kosten sonst auf die Öffentlichkeit fallen. Außerdem natürlich: Es geht um den lie­ben Frieden im Schulbus, um Raufereien, Gedränge. Jeden Tag laufen mindestens zehn Busse aus den umliegenden Gemein­den im Markweg ein. Hunderte von Schü­lern steigen ein und aus. Allein in diesem Frühjahr, erzählen die Verkehrsbeauftra­gen der Schulen, kam es zu zwei Schläge­reien, die durch die Schulbusbegleiter ge­klärt werden konnten.

Eine erste Reihe an Schulbusbegleitern ließen Gymnasium und Realschule bereits im Frühjahr schulen. Fortan ist geplant, jährlich im Herbst einen Kurs stattfinden zu lassen, bei dem wiederum 20 neue Schüler in ihre Aufgaben eingewiesen wer­den, zehn Schüler jeder Schule, Jungen und Mädchen gleichermaßen. Im vergange­nen Jahr wurde das Projekt angestoßen durch eine Kampagne des Innenministeri­ums, das die mangelnde Verkehrssicherheit an baden-ürttembergischen Schulen er heben ließ. Markweg und Längenholz stei­gen beide, als bislang einzige Schulen im Kreis Böblingen, ein. Im Markweg sah man den Bedarf jedoch als so hoch an, dass man im ersten Jahr gleich zwei Kurse anbe­raumte, so dass, die Neuausgebildeten ein­gerechnet, derzeit 40 Schulbusbegleiter am Schulzentrum aktiv sind. Zuletzt sollen es 100 sein, nachdem die Ausbildungsreihe alle Klassenstufen der Realschule und des Gymnasiums durchlaufen hat. 100 Schul­busbegleiter ist eine Zahl, die die Schulen denn auch halten möchten.

Tamara Nebel ist eine von ihnen - sie ist 15 Jahre alt und kommt aus Oberjettingen Als sie sich zur Schulbusbegleiterin meldete, besuchte sie noch die Klasse 7b. „Die meisten, die sich gemeldet haben", erzählt sie, „kamen aus unserer Klasse. Uns hat alle das Gedränge im Bus gestört, da ha­ben wir uns gesagt, wir machen was dage­gen". Es geht im Bus nicht nur um kostspieligen Vandalismus, es geht um das Sitzplatzgedränge, um störende laute Mu­sik und allerlei Rivalität. Die beiden Ver­kehrsbeauftragten der Schulen, Lutz Rasemann am AGH und Hermann Rösch an der Jerg-Ratgeb-Realschule, stehen dabei natürlich voll hinter ihren Schülern. Aber al­lein schon die Anwesenheit der Schulbus­begleiter wirkt von selbst schon Wunder: „Es reicht manchmal schon, dass wir da sind", meint die frischgebackene Busbe­gleiterin.

(Artikel erschienen am 13.11.2008 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de)

Der Förderverein unterstützt diese Aktion mit einem Förderzuschuß.

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