10 Jahre Förderverein

Die Liste der vielen Einzelprojekte ist lang


von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg


Die Herrenberger Jerg-Ratgeb-Schule besitzt einen Lichthof. der sich verwandelt hat: Vage angelehnt an das Vorbild japanischer Zen-Gärten türmen sich Steine, über die beruhigendes Wasser rieselt, eine Bank aus Granitsteinen lädt zum Sitzen ein und ein „Schiffsdeck" aus Holzplanken, auf dem die Schüler Platz nehmen können, soll noch entstehen. Dieser Lichthof allerdings ist beileibe nicht das einzige Projekt, das der Förderverein der Jerg-Ratgeb-Schule in den zehn Jahren seines Bestehens gestemmt hat.


GB-Foto: Holom
Schüler stellen mit den passenden Utensilien die vom Förderverein unterstützten Projekte vor. Gerhard Stocker, Vorsitzender des Fördervereins (rechts), ist der Organisator der Aktionen.


„Wir sind vermutlich einer der größten Fördervereine im Land“, sagt Gerhard Stocker voller Stolz. Dazu hat er allen Grund, denn der Förderverein ist gewissermaßen sein Kind, wobei Stockers eigene Kinder gar nicht die Jerg-Ratgeb-Schule besuchen. Ihr Vater war es, der hier die Schulbank drückte, der seiner Schule tatsächlich über Jahrzehnte hinweg treu blieb und der heute noch die Unterstützung dieses Lehrbetriebs, die sich längst schon auf viele Ebenen ausgedehnt hat, als sein wichtigstes Hobby bezeichnet.

Gerhard Stocker war nach seinem Schulbesuch Mitglied des Vereins der Ehemaligen der Jerg-Ratgeb-Schule – einem Vorläufer des heutigen Fördervereins. Die Ehemaligen gründeten sich bereits 1985. 1997 kam Ratgeb-Rektor Dirk Hasenbusch auf Stocker zu und bat ihn, den Ehemaligen-Verein zum Förderverein umzugestalten. Damit gab er die Regie einem umtriebigen Organisator in die Hand, der das Projekt mit Fleiß vorantrieb und in diesem Jahr, 2007, zum ersten Mal vermelden konnte: „Die ganze Schule wird in die Arbeit des Vereins mit einbezogen, jeder Schüler profitiert auf die eine oder andere Weise von ihr."

Die Liste der Einzelprojekte, die mit Unterstützung des Vereins realisiert wurden, ist lang. An erster Stelle müssen die Bläserklassen genannt werden, daneben gibt es aber auch Notebook-Klassen, Hausaufgaben-Betreuung, Tastatur-Schulungen, den immer wiederkehrenden Berufs-Info-Markt, an dem in diesem Jahr rund 40 Firmen teilnahmen und vieles mehr.

Im ersten Jahr seines Bestehens lag das Fördervolumen des Vereins bei bescheidenen 1996 Euro. Mittlerweile sind es mehr als stolze 25 000 Euro. Die Zahl der Mitglieder des Fördervereins beträgt 732, von denen 510 den Verein finanziell zu selbst gewählten Sätzen unterstützen. Bei den übrigen Mitgliedern handelt es sich um Schüler, die lediglich ideell auf der Seite ihrer Schule stehen.

Aber auch das ist bemerkenswert. Einige von ihnen haben sich nun im neu gestalteten Lichthof der Schule versammelt: Sina Weissel, Nico Schneider, Jens Gründler, Jens Michels, Büsra Kamyilmaj, Sandra Binder, Anna-Lena Seeger, Joana Klump, Marco Weippert, Jessica Baitinger, Lukas Haupt, Isabell Schuster, Lisa Wiesner, Daniel Rentschler, Selina Söhne, Maren Lehmkuhl, Lukas Schässburger, Ann-Sophie Schanz, Lena Paulus und Yvonne Schneider. Und jedes ihrer Accessoires weist hin auf eines der Projekte, die der Förderverein umgesetzt hat: Die England-Fahne auf Studienfahrten, die Frankreich-Fahne auf einen Konversationskreis, die alte Schreibmaschine auf die Tastatur-Kurse.

Ein gutes Dutzend Schüler vor allem hat gemeinsam mit Mattias Schöneck, Lehrer für Bildende Kunst und Mathematik, am Lichthof gearbeitet, der ganz nach den Wünschen und Entwürfen der Schüler entstand. Etwa 150 Quadratmeter misst die Fläche im Herzen der Schule, und dort mussten die Schüler zunächst einmal 20 Zentimeter tief den Boden ausheben. „Danach weiß man erst, was das für ein Volumen ist", staunt der Rektor. Begonnen haben die Schüler und der Lehrer mit ihrer Aktion zur Zeit des 40. Jubiläums der Schule. Fertig ist der Hof noch nicht, denn die Liegefläche, in der Form einem Schiffseck nachempfunden, fehlt noch. Rund 15 000 Euro hat der Förderverein in die Verschönerung der Schulmitte investiert. Die Stunden, während denen Schüler tapfer im Hof arbeiteten, die Schaufel in der Hand und die 3,5 Tonnen Beton, die die Fläche zuvor füllten, abtransportierten, sind ungezählt. Selbst Eltern von Ratgeb-Schülern machten mit und bereicherten die Gestaltung des Hofes durch den einen oder anderen Feng-Shui-Ratschlag. Generationen von Schülern werden es ihnen möglicherweise danken, wenn sie auf dem Schiffsdeck kauern, dem Wasserspiel lauschen und dabei ihre Vokabeln auswendig lernen.

(Artikel erschienen am 30.06.2007 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de)