2015-05 Rock-Pop-Konzert

Lautstark, lebensfroh und voller Elan
 
Herrenberg: Schüler der Jerg-Ratgeb-Realschule präsentieren ihr Können beim Rock-Pop-Konzert
 
von Christiane Hornung, Gäubote Herrenberg, 27.03.2015
 
betreuender Lehrer: Alexander Riegler

Keine Klassenarbeit ist es, in die der Fleiß und das Engagement der Stunden des Musikunterrichtes fließen. Vielmehr präsentierten die Schüler der Herrenberger Jerg-Ratgeb-Realschule ihr Können in Form eines vielfältigen Konzertes vor gefüllten Reihen.

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230 Siebt- bis Zehntklässler traten beim zwölften Konzert auf

GB-Foto: Holom

 

230 Jugendliche aus der siebten bis zur zehnten Klassenstufe traten beim bereits zwölften Rock-Pop-Konzert in der Stadthalle in verschiedenen Formationen auf, die Vorbereitung zog sich indes wie ein roter Faden durch das Schuljahr hindurch. Bereits der Auftakt der „Band für Einsteiger" der neunten und zehnten Klassen erntete lautstarken Applaus. Mit ruhigen Tönen wurde der Abend mit „Zuhause" von Adel Tawil eingeleitet, vom Spiel des Schlagzeugs getragen und stilecht mit drei Frontsängern besetzt, erfolgte der Übergang zu „Undisclosed desires" der britischen Erfolgsband Muse. Schulleiter Alexander Riegler hatte bei weitem nicht übertrieben, als er die „ein oder andere Überraschung" angekündigt hatte: Schunkelten die Schüler zunächst noch andächtig zu „Mein Herz brennt" schlug die Bierzeltstimmung schnell in eine Rammstein-Version über, bei der sogar die Gitarren auf der Bühne zerschmettert wurden.

Viele Blechbläser fanden sich hingegen in der Reihe der „SieBand", die von Siebt-und Achtklässlern gebildet wird. Die Filmmusik aus „Back to the Future" leitete die Darbietung ein, ein Titel, der stellvertretend für das Programm des Abends und die Fülle unterschiedlichster musikalischer Jahrzehnte stand. Neil Diamonds „Sweet Caroline" und Ozzy Osbournes „Crazy Train" blickten in die späten 1960er und frühen 1980er Jahre zurück, ehe das Chormodul gemeinsam mit dem Gitarrenmodul der Klassen acht zu den Hits der vergangenen Jahre überleitete. Kaum einer konnte umhin, „Story of my Life" von „One Direction" im Radio zu hören, an diesem Abend war es jedoch eine Sängerin, die den Text vertonte. Neben Gitarre und Schlagzeug fungierten die menschlichen Chorstimmen als perfekte musikalische Untermalung. Nicht minder bekannt ist auch „Castle of Glass" von Linkin' Park, das deutlich dunklere Töne anschlug als die vorhergehenden Titel. „Still" von Jupiter Jones hingegen sollte genau das erzeugen, was der Titel bereits impliziert. Bewusst hatten sich die Akteure dazu entschieden, dieses Werk der Schule in Nordrhein-Westfalen zu widmen, an der wegen des Flugzeugunglücks „momentan kein fröhliches Konzert möglich ist".

Leise kündigte sich auch der Klang mächtiger Trommeln an, als die Spieler des jüngst gegründeten Samba-Moduls die Stadthalle betraten, schnell war der Raum jedoch erfüllt vom Klang der Percussion-Instrumente. Lautstark, lebensfroh und voller Elan gestaltete sich das Spiel auf der Bühne, Bilder des farbenfrohen brasilianischen Karnevals wurden, unweigerlich in die Erinnerung gerufen. Erst seit kurzem an der Schule tätig, versprühte Dominik Haug mit seiner Trillerpfeife echte südamerikanische Authentizität. In unterschiedlicher Lautstärke und Tempi variierten die Instrumente ihr Thema, das auch wunderbar mit E-Gitarren harmonierte.

In die nicht minder bunte Welt der bekanntesten Musicals tauchten die Sängerinnen und Sänger der Klassen 9 und 10 ein, die ein Medley mitreißender Melodien zur Aufführung brachten. Über die sehnsuchtsvollen Töne Marias aus der „West Side Story" („Somewhere") ging es zum Löwenkönig in die Savanne („He lives in You") bis hinauf auf ein Kreuzfahrtschiff, dessen Passagiere noch „Niemals in New York" („Aber bitte mit Sahne") waren. Die Hexen aus „Wicked" entführten in die magische Welt von Oz („Defying Gravity") und die Vampire lockten eindrucksvoll zum Tanz („Totale Finsternis"). Mitreißend gab der JRS-Chor auch den „Super Trouper" zum Besten, ebenso wie das Gute-Laune-Stück schlechthin - „Mamma Mia" aus dem gleichnamigen Musical.

Tanz zu den vier Elementen

Doch nicht nur den Instrumental- oder Vokalunterricht dürfen die Jerg-RatgebSchüler wählen, auch Tanzmodule können in den Stundenplan integriert werden. Neben dem Können fließt in die Benotung der Fächer auch das Engagement des Einzelnen mit ein. Während Alexander Riegler und Anja Pfeifer bei Sängern und Instrumentalisten den Taktstock schwingen, kümmert sich Dagmar Schröder um die Tänzer: Die achten Klassen hatten sich für das Konzert den vier Elementen verschrieben, mal solo, mal in der Gruppe eroberten sie die Bühne. Die unterschiedlichen Eigenschaften des Feuers, der Erde, des Wassers und der Luft wurden mit Bewegungen aus Hip-Hop, Jazz und Ballett gekonnt in Szene gesetzt. An die Gangs in New York erinnerte die Darbietung der Neunt- und Zehntklässler, die eine tragische Liebesgeschichte im Bandenmilieu inszenierten. Auch die exzentrischen Bewegungen des „King of Pop" wurden in die Choreografie integriert, ehe ein lyrisches Pas de Deux folgte. Den Abschluss des hochkarätigen Abends bildete die Big Band, ebenfalls Schüler der neunten und zehnten Klassen. Ihrem Namen machte die Formation alle Ehre, fetzige Rhythmen und der volle Klang setzten den würdigen Schlusspunkt unter das Rock-Pop-Konzert. Ob die Beatles, John Lennon und Paul McCartney oder wieder einmal Michael Jackson - anhand verschiedener Musikstile konnte die Band ihre Wandelbarkeit aufzeigen. Diese gipfelte in der Vertonung eines arabischen Tanzes im Genre der Symphonischen Blasmusik - und was zuerst widersprüchlich anmutete, entpuppte sich als außergewöhnliches Klangerlebnis.

(Artikel erschienen am 27.03.2015 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).