2018-11 Jetzt pack doch mal das Handy weg

Jetzt pack doch mal das Handy weg

13. November 2018

betreut durch: Stephanie Fritsche, Bärbel Kranert, Jutta Sailer

 

"Jetzt pack doch mal das Handy weg" hieß der Vortrag von Medienexperte Thomas Feibel, zu dem die Mediothek der Jerg-Ratgeb-Realschule zu Ihrem 10jährigen Bestehen eingeladen hatte. Social Media und Jugendliche, ein Thema, das allen Eltern und Pädagogen unter den Nägeln brennt. Und so waren der Musiksaal und die Aula der JRS-Herrenberg schnell mit gut 300 Besucher*innen gefüllt.

Kinder und Jugendliche verbringen sehr viel Zeit mit ihrem Smartphone. Schlimmer noch: die Handynutzung ist in unseren Familien zum Streitthema Nummer eins geworden. Der richtige Umgang mit Tablets und Smartphones ist eine erzieherische Mammutaufgabe. Wie können Eltern dem WhatsApp-Dauerchat etwas entgegensetzen? Sind handyfreie Zeiten sinnvoll? Was sind die Erfolgsrezepte anderer Familien? Deutschlands versiertester Medienexperte Thomas Feibel leitet in Berlin das Büro für Kindermedien und verleiht als Co-Initiator seit 2002 den deutschen Kindersoftwarepreis TOMMI. Er schreibt Jugendbücher zu Themen wie Cybermobbing und Aufwachsen in der digitalen Welt und hat mit Eltern, Psychologen und Erziehern gesprochen. So zeigt er auf, wie wir uns exklusive Zeit für die Familie zurückerobern können.

Für die Zuhörer*innen gab es als Fazit nicht ein Erfolgsrezept, aber viele Informationen und  angeregte Diskussionen. Nach wie vor gilt: Eltern haben Vorbildfunktion, auch im Umgang mit digitalen Medien; Kinder lernen früh, die Aufmerksamkeit der Eltern mit deren Smartphone zu teilen. Jugendliche freuen sich über das Interesse der Eltern, was sie am PC oder Smartphone tun und erklären auch gerne,  wie die Spiele oder Apps funktionieren. Eltern sollten sich selbst gut informieren und schlau machen. Eine Alternative ist auch, gemeinsame Zeit zu verbringen, sei es die alten Brettspiele mal wieder auszupacken oder zusammen etwas zu unternehmen.

„Das Thema Smartphone ist nicht nur ein Erziehungsthema, sondern auch ein riesiges Gesellschaftsproblem: Wie wollen wir miteinander leben und in welcher Welt möchten wir unsere Kinder aufwachsen sehen? Sobald sie ein Smartphone besitzen, betreten sie mit dem Internet eine Welt der Informationen, aber auch der Lüge, des Hasses, der Manipulation und Überwachung. Folglich müssen wir Kinder nicht nur dafür stark machen, das Handy aus der Hand zu legen, sondern auch dafür, besser auf sich aufzupassen und für ihre demokratischen Grundrechte einzutreten. Dabei müssen wir ihnen helfen.“
Thomas Feibel

Unser Dank gilt neben dem Förderverein der JRS auch der Bürgerstiftung Herrenberg und der Buchhandlung Schäufele, die durch ihre Unterstützung den informativen Abend ermöglichten.

 

(Bärbel Kranert und Jutta Sailer)

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