2017-03 Besuch Gedenkstätte Dachau

Ausflug der zehnten Klassen zur KZ- Gedenkstätte in Dachau

am 17.11.2017

betreuende Lehrkräfte: Susanne Kleiter, Beatrice Reinhardt

Um 6: 36 Uhr fahren die zwei Busse, beladen mit Schülerinnen und Schülern der 10ten Klassen der JRS, in Herrenberg los. Noch ist es dunkel. Die Fahrt nach Dachau über die A8 verläuft ohne weitere Zwischenfälle. In Dachau angekommen wird so manchem Schüler schnell bewusst, dass der Aufenthalt kälter werden könnte als gedacht. Die eine Stunde, die wir zur früh ankommen, verbringen wir in der Cafeteria der KZ- Gedenkstätte.

Noch grummelt die Frage im Bauch: „Wie erschreckend wird dieser Ausflug wohl werden?“

In Klassengruppen aufgeteilt erwarten wir nach der nährreichen Wartezeit unseren Gedenkstätten Führerin. Gleich ihre erste Frage nimmt uns mit in die Thematik: „Stehen wir hier schon auf dem Boden des ehemaligen Konzentrationslagers?“ Vermutungen werden gesammelt. Erst bei den nächsten Stationen und dem Passieren des Tores wird uns bewusst, dass wir nun wirklich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers gehen. Der kalte Wind und die unzähligen grauen Kieselsteine scheinen wortlos von der dunklen Vergangenheit dieser Umgebung zu erzählen.

Die immer wieder direkten und provokativen Fragen der Führerin nehmen uns mit in diese dunkle Zeit: „Wie viel Kilogramm wiegst du? Was denkst du wog wohl ein Häftling? Was machte die SS mit den Haaren, die sie den Gefangenen abschnitt? Weißt du aus welchem Material dein Teppich zu Hause gemacht ist?“ Hierarchien und verschiedene Überlebensstrategien werden ebenso erläutert wie das absurde und willkürliche Foltern der SS. Das besondere Ausmaß des Schreckens wird beim Durchlaufen der Gaskammern bewusster. Wie können Menschen so etwas tun? Was können wir tun, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt? Was würden die ehemaligen Häftlinge wohl heute zu uns sagen? Zurück auf dem Heimweg - kurz vor Stuttgart - hängen dicke, dunkle Wolken hinter uns am Himmel. Der Blick nach vorne zeigt eine wunderbare lichtdurchflutete Landschaft.

Ja, es gibt Hoffnung für diese Welt.

Ja, wir können etwas tun. Jeder Mensch ist wertvoll und einzigartig. Jeder von uns.

Gedenken und Erinnern hilft, damit wir nicht müde werden uns immer wieder zu fragen, ob wir gerade auf dem richtigen Weg sind.

(Beatrice Reinhardt)