2016-03 Literaturwerkstatt 7b

Die Klasse 7b gestaltet einen Balladenabend

betreuende Lehrerin: Sabine Fritz-Hansen

Das Projekt der Klasse7b drehte sich rund um verschiedene Balladen unterschiedlicher Schriftsteller, die von den einzelnen Schülergruppen in Kunst- und Darstellungsformen ihrer Wahl umgesetzt werden konnten. Die erarbeiteten Inszenierungen – die Schülerinnen und Schüler entschieden sich sowohl für Theater als auch für Film und Fotografie - wurden den Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern am Balladenabend präsentiert. Die Ergebnisse überraschten durch teilweise sehr freie Interpretationen, die – von Originalität und Einfallsreichtum getragen - eine breite Palette an Perspektiven offenbarten. Im Sinne einer zeitgemäßen Auffassung von literarischer Bildung stand nicht das Vermitteln einer möglichst „korrekten“ Wiedergabe des Inhalts (als fixe Idee) im Mittelpunkt des Interesses, sondern ein offenes Lernarrangement, das zum Einen verschiedene Zugangsweisen, zum Anderen aber auch verschiedene Lesarten eröffnet.

Pädagogische Grundlage dieses Konzepts ist die erfahrungsorientierte Erziehungsphilosophie Deweys, der das Handeln als Voraussetzung und Ziel des Denkens verstand. Der Begriff „learning by doing“ wird auch im Bildungsplan durch von Hentig aufgegriffen, der Handlungsorientierung in einem doppelten Sinn, nämlich in seiner späteren Anwendbarkeit sowie als Mittel zum Zweck beschreibt. Bedeutsam erscheint hier auch der Begriff der Selbstverantwortung. Eigenständiges, aktiv-entdeckendes Lernen ermöglicht nicht nur die Förderung von Handlungskompetenz in ethischer Verantwortung, sondern auch das Schaffen eines aufgeklärten Verhältnisses zur Welt, eine emanzipatorische Erziehung im Sinne freiheitlich-demokratischer Grundwerte, nachhaltige Lernprozesse, vernetztes Lernen sowie  die Entwicklung von Methodenkompetenz als Mittel zum selbst organisierten Lernen.

Zur Förderung der Ausdrucksfähigkeit und Imaginationstätigkeit der Schülerinnen und Schüler wurden theaterpädagogische Maßnahmen vor und während des Projekts eingesetzt. So gab es – neben theaterpädagogischen Spielen im Unterricht – beispielsweise als Kick-Off-Veranstaltung einen Theaterbesuch im JES (Junges Ensemble Stuttgart) mit anschließendem Künstlergespräch, außerdem einen Theaterworkshop sowie den Besuch einer Theaterprobe. Ästhetisch-kulturelle Bildung konnte damit in seiner Ganzheitlichkeit erlebt und auch gelebt werden.

 

(Sabine Fritz-Hansen)