2018-11 Besuch Weissenhofsiedlung

BK Modul Architektur - Besuch der Weissenhofsiedlung

betreuende Lehrerin: Ilona Will

Am 19.10.2018 war es soweit, die BK-Modul-Gruppe mit dem Schwerpunkt Architektur machte sich zusammen mit Frau Will auf den Weg nach Stuttgart zur Weissenhofsiedlung.

Die Weissenhofsiedlung ist das Paradebeispiel hier in unserer Nähe für die Architektur des Bauhaus.

Berühmte Namen wie Le Corbussier, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe  werden hier in ihren Bauwerken lebendig.

Von den Nazis als „Araberdorf“ verschrien, gilt dieses „neue Bauen“ als Basis unserer modernen Architektur. Die Gebäude sollten hell und offen sein –  denn viel Licht und Luft sind Garanten für das Wohlfühlen und Gesundheit. Dunkle, vollgestellte Räume mit schweren Teppichen und dunklen Eichenholzmöbeln waren für die Bauhausarchitekten ein NO GO. Auch die als „deutsch“ angesehenen Satteldächer wurden kategorisch abgelehnt und durch Flachdächer mit Dachgärten ersetzt.

Es galt das 5 Punkte-Programm von Le Corbussier:
PFOSTEN – ein Raster von Betonstützen ersetzen die tragenden und schwer wirkenden Mauern und lassen das Haus leicht wirken.

DACHGÄRTEN – auf einem begrünten Dachgarten können sich die Bewohner zurückziehen oder sogar einen Nutzgarten anlegen, außerdem wird die bebaute Fläche wieder der Natur zurückgegeben.

DIE FREIE GRUNDRISSGESTATLUNG – der Wegfall von tragenden Mauern durch die Skelettbauweise gibt den Bewohnern die Möglichkeit, den Innenraum frei nach ihren Bedürfnissen zu gestalten und zu verändern. Eingesetzt wurden Schiebewände oder verschiebbare Wand- und Regalsysteme, mit Hilfe derer die Bewohnern den Raum flexibel abtrennen, verkleinern oder vergrößern konnten.

DAS LANGFENSTER – wie ein Lichtband zieht es sich horizontal über die Fassade und sorgt dafür, dass die Wohnung mit gleichmäßigem Licht erhellt wird. Sogar Bedienstete erhalten ihr eigenes Zimmer mit Tageslicht, was eine unglaubliche Aufwertung bedeutete.

DIE FREIE FASSADENGESTALTUNG – an die Stahlträger konnte jede Art von Fassade „gehängt“ werden. Mit dieser „Vorhangfassade“ konnten die Architekten verschiedenste neue Materialien einsetzen und großzügige leichte Flächen kreieren.

Auch zum Innenraum hatte sich Le Corbussier Gedanken gemacht. Er entwickelte zum Beispiel Einbauschränke, in denen tagsüber unter anderem die Betten verschwanden. Sein Farbkonzept ist bis heute Inspiration für Innenarchitekten.

Erstaunt hat uns alle, dass das Bauhaus 2019 seinen 100. Geburtstag feiert, denn die Häuser wirken so modern, als ob sie von heutigen Architekten geplant wurden. Hut ab vor diesen revolutionären Künstlern!

Vielen Dank dem Förderverein, dass er diesen Besuch mit großer Führung möglich gemacht hat. Nun geht’s ans eigene Planen und Entwerfen von funktionalen Häusern.

(Ilona Will)

Das Haus von Le Corbussier

auf der Dachterasse

Einblicke in das Haus von Le Corbussier
- das Treppenhaus mit eigens entwickelten Farbkonzept

der flexibel gestaltete Wohnraum
- Schiebewände mit integrierten Türen trennen
das Schlafzimmer vom Kinderzimmer

das  Haus von Sharoun - die Form der Außenhaut verrät
welche Gebäudeteile sich darunter befinden