Drinnen und draußen, Büro und Natur
 
 
Herrenberg: Großer Andrang und vielfältige Stände beim Berufsinfomarkt an der Jerg-Ratgeb-Realschule
 
von Sabine Haarer, Gäubote Herrenberg, 11.03.2013
 
betreuende Lehrerin: Tamara Rumpelt

Kugelschreiber und ein kleines Tütchen Gummibärchen. Notizblöcke, Bonbons, einen Leder-Elefanten. Mit allerlei Geschenken im Gepäck verließen die Schüler am Samstag die Herrenberger Jerg-Ratgeb-Realschule. Noch wichtiger als die Mitgebsel jedoch waren die Informationen, die sich die Jugendlichen dort abholen konnten. In Form von Flyern und Werbebroschüren, vor allem aber im persönlichen Gespräch – am Samstag war Berufsinfomarkt.

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GB-Foto: Holom
Berufsinfomarkt in Herrenberg: Junge Leute informieren junge Leute

 

So voll wie an diesem Samstagvormittag ist die Pausenhalle der Jerg-RatgebRealschule sonst nicht einmal kurz nach dem Gong zur großen Pause. Dichtes Gedränge herrschte im Eingangsbereich der Realschule im Schulzentrum Großer Markweg. Auch im zur Pausenhalle hin geöffneten Musiksaal, in den angrenzenden Klassenzimmern und in den gesamten beiden Obergeschossen war mächtig Betrieb. Kein Wunder: Schließlich hatte die Jerg-Ratgeb-Realschule (JRS) zum Berufsinfomarkt geladen.

Die Zahl derer, die gekommen waren, konnte sich sehen lassen. Das galt sowohl für die Aussteller als auch für die Besucher. Knapp 55 Betriebe, Unternehmen, Banken, Behörden, Pflegeeinrichtungen und Schulen hatten bei der 16. Auflage der Informationsveranstaltung ihre Messestände in den Zimmern und auf den Fluren aufgebaut. An vielen dieser Stände informierten Auszubildende über Lehre und Schulalltag, über Studium oder sonstige Weiterbildungsmaßnahmen. So beispielsweise auch beim Herrenberger Polstermöbelhersteller Walter Knoll. Dort hatten sich Hans Barucha, DH-Student der Betriebswirtschaft im vierten Semester, und die anderen Auszubildenden aus dem gewerblichen und kaufmännischen Bereich selbst Gedanken darüber gemacht, wie man das Unternehmen präsentieren will und wie der Messestand aussehen soll. Am Samstag dann beantworteten sie nicht nur die Fragen der Schüler und Eltern, sondern halfen ihnen auch, ein Stück Leder mit Hilfe eines Lederbandes kunstvoll zu einem Elefanten zu verknoten. „Der Andrang ist wirklich groß, und es wird schon auch viel gefragt. Vor allem über die Ausbildung im gewerblichen Bereich", so die Erfahrung von Hans Baruba und seinen Mitstreitern.

 

„Gut ist, dass man ehrliche Antworten bekommt", freuten sich Marius Weißer, Tim Schmiedle, Marvin Otto und Nikita Ivanchenko darüber, dass an vielen Ständen Auszubildende als Ansprechpartner zur Verfügung standen. „Die können wirklich gut Auskunft geben und wissen um die Schwierigkeiten, die es vielleicht gibt", so die vier Jungs, die gemeinsam die neunte Klasse an der JRS besuchen. Schon im letzten Jahr hatten sie sich beim Infomarkt umgeschaut, im Herbst ihr Bors-Praktikum absolviert, jetzt war eine dritte Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen.

 

"Gut ist, dass man ehrliche Antworten bekommt" Marius Weißer

 

Der 15-jährige Nikita möchte nach der zehnten Klasse auf die Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen wechseln und dort sein Abitur machen. Technischer Zeichner, das wäre eventuell etwas für ihn. Auch für Marvin war am Samstag „Daimler" die zentrale Anlaufstelle. Allerdings hat er sich beim Autobauer über die Ausbildung zum Mechatroniker informiert. Markus und Tim hingegen möchten zur Polizei. Schon ihr Praktikum haben sie bei der Polizeidirektion in Böblingen absolviert. „Wir wollten Herrn Salo guten Tag sagen", verrieten die beiden Klassenkameraden. Darüber hinaus haben sie sich bei Einstellungsberater Eckhard Salo gleich erkundigt, wohin sie ihre Bewerbungen schicken sollen.

 

Konkrete Berufswünsche haben auch Helena Mauch und Samira Münchinger. Die beiden Mädchen besuchen das Andreae-Gymnasium und gehen in die Kursstufe 1. Im nächsten Jahr steht das Abitur an, beide waren am Samstag nicht zum ersten Mal beim Infomarkt der JRS. „Es ist interessant zu sehen, was es alles gibt. Die Firmen und den Arbeitsalltag kennenzulernen", sagten die beiden 16-Jährigen. Während Helena sich über die beruflichen Chancen im Bereich Mode-Design erkundigte, schaute Samira bei der Rechtsanwaltskanzlei vorbei. Staatsanwältin, das wäre ihr Traumberuf. „Recht interessiert mich. Dazu möchte ich gerne mit Menschen Kontakt haben, ich kann gut vor Leuten reden und meine Meinung vertreten, und ich möchte einen Beruf haben, bei dem man sich hocharbeiten kann. "All dies könne sie als Staatsanwältin miteinander verbinden.

 

Zwei scheinbare Gegensätze kann auch Alexander Wörner miteinander verbinden. Drinnen und draußen. Büro und Natur. Beide gehören zum Arbeitsalltag des 18-Jährigen. Er ist im dritten Lehrjahr, absolviert beim Staatlichen Vermessungsamt Böblingen eine Ausbildung zum Vermessungstechniker. „Das macht Spaß", sagte er am Samstag und meinte damit sowohl seine Lehre als auch den Infomarkt an der JRS. Denn hier hat Alexander Wörner selbst seine mittlere Reife gemacht, unter den Azubis an den anderen Ständen waren einige seiner früheren Klassenkameraden. „Mathe und Technik. Das logische Denken. Die Mischung vom Arbeiten im Freien und im Büro", all das macht für den angehenden Vermessungstechniker die Faszination an seinem Beruf aus – und das machte ihn auch für Jona Wörner interessant. Der Neuntklässler der JRS erkundigte sich am Samstag über die Arbeit beim Staatlichen Vermessungsamt und erfuhr von Alexander Wörner – wobei die beiden nicht verwandt sind – von der Möglichkeit, ein Praktikum zu machen.

 

(Artikel erschienen am 11.03.2013 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).